Donnerstag, 10. August 2017

Einen richtigen Rucksack nähen - Das geht!


Bisher war ich der Ansicht, man könne ja alles nähen, aber bei Rucksäcken hörte mein Idealismus auf und Tragekomfort ging für mich vor. Ich wusste, ich würde einen selbstgenähten Rucksack nicht tragen, wenn er an mir hängen würde wie ein nasser Sack. Zur Uni begleitete mich daher auch keine selbstgenähte Tasche.

Als wir dann im Vorfeld unseres Nähhühnertreffens überlegten, was wir denn nähen könnten ohne den gesamten Maschinenpark zu brauchen, kam das Thema Rucksäcke auf. 
Keine Turnbeutel, richtige Rucksäcke wollten die Mädels nähen...



Wenn schon, denn schon!


Ich hatte sehr genaue Vorstellungen von meinem Rucksack. Ein Rucksack braucht, wenn er kein Turnbeutel ist, ein richtiges Rückenpolster und gepolsterte Träger. Der Stoff sollte robust sein und das ganze nur noch mit Details aus ReLeda von Snaply abgesetzt werden. Bei Snaply gab es dann auch den perfekten Verschluss für meinen Rucksack. Fein gewebten Canvas Stoff und wasserabweisenden Futterstoff fand ich in unserem Stoffladen.

Da wir uns nicht so ganz auf einen Schnitt festlegen konnten, entschieden wir uns die Schnitte kurzerhand nach unseren eigenen Vorstellungen selbst zu erstellen. Nur zum aufrollen sollte er sein, da waren wir uns einig. 


Der Verschluss


Mein Rucksack sollte einen flexiblen Verschluss aus ReLeda bekommen. ReLeda ist Recyceltes Leder aus Lederresten & Kautschuk. Dieses Material wird als fest und formstabil beschrieben und das ist es auch wirklich. Den Verschluss aus ReLeda mit einem Schieber zu regulieren erwies sich daher als keine gute Idee. Ich musste mir also etwas anderes überlegen. Wenn der Schieber nicht regulierbar ist, muss die Aufhängung regulierbar werden. Ich habe dann einen Streifen ReLeda wellenförmig aufgenäht und mir dabei fast die Finger gebrochen. Darin wird mein Verschluss nun eingehangen.



Wie habe ich den Rücken gepolstert? 


Mein Rucksack besteht aus einem Boden, einem umlaufenden Vorderteil und einem Rückenteil, aus jeweils Außen- und Futterstoff. Ich habe beide Lagen miteinander verbunden und dann als einen Stoff verarbeitet. Die Nähte liegen also im inneren des Rucksackes offen und wurden lediglich mit Schrägband eingefasst. Dadurch ergab sich beim Rückenteil vom oberen Rand des Rucksacks gesehen eine Tasche zwischen Außen- und Futterstoff. In diese Tasche habe ich im letzten Schritt, vor dem Versäubern der oberen Kante, zwei zurechtgeschnittene Lagen Isomatte gesteckt und die "Tasche" oberhalb des Trägerteils mit einer Naht verschlossen. 



Irgendwas ist ja immer 


Wie auf dem Bild oben zu sehen ist, laufen meine Träger von unten in einen horizontal aufgesetzten Streifen ReLeda. Besser wäre es, die Träger von oben in den aufgesetzten Streifen laufen zu lassen. Dann liegt die gesamte Trägerkonstruktion besser am Rücken. Da mir dies aber erst beim ersten Tragen auffiel und man bei ReLeder nur eine Chance hat (Loch ist Loch), habe ich es bei mir nicht mehr geändert.


Fazit


Das Nähen des Rucksacks und besonders der aufgesetzten Fronttasche hat mich echt Neven gekostet, aber alle Mühen haben sich gelohnt. Ich bin so stolz auf dieses Projekt und meinen Nähhühnern so dankbar fürs anfixen! 

Für die Fotos habe ich den Rucksack mit all dem gefüllt, dass ich sonst auch mit zur Uni schleppe: Ein dicker großer Order, ein Collegeblock, Stiftemäppchen, Trinkflasche und Brotdose. Wie ihr seht, trägt er das ganz wunderbar. Ich hätte echt nicht gedacht, dass es mir gelingen würde einen Rucksack nähen zu können, der meinem Dakine Konkurrenz machen würde. Er ist nun jedenfalls heißer Anwärter im Oktober mit mir ins 5. Semester zu starten und zeigt mal wieder, dass nichts unmöglich ist.

Liebe Grüße, Nadine



Kurz gefasst:
  • Den Schnitt vom Rucksack habe ich selbst erstellt
  • Der Rucksack-Rücken ist mit Zuschnitten einer Isomatte gepolstert
  • Die Stoffe (Fein gewebter Canvas und Futterstoff) habe ich vor Ort gekauft
  • ReLeda und Verschluss wurden mir freundlicherweise von Snaply zur Verfügung gestellt

Montag, 7. August 2017

Nähhühnertreffen 2.0

Wenn Nähmaschinen in Koffern verpackt werden und der restliche Koffer mit den nötigsten Kleidungsstücken ausgestopft wird (damit die Maschine weich liegt, versteht sich), dann steht ein Nähtreffen an! In diesem Fall ein ganz besonderes - unser Nähhühnertreffen.


Es war ziemlich genau ein Jahr her, dass ich Maira, Laura und Elli von unserem Bahnhof abholte und mit ihnen ein tolles Wochenende verlebte. Als wir uns nach drei tollen Tagen voller Fachsimpeleien, Instacontent und Nähmaschinenrattern voneinander verabschieden mussten, hatten wir uns längst eine Wiederholung geschworen und nun war es soweit:

Elli hatte uns zu sich in ihre wunderschöne Heimat Speyer eingeladen. 


Für mich bedeutete das eine Reise quer durch Deutschland und dank Sommer-Ticket die erste große Fahrt mit dem ICE. Da Maira an diesem Freitag noch Schule und ich Uni hatte, war es schon recht spät, als wir Abends bei Elli eintrudelten. Laura hatte in Heidelberg auch noch ihren Anschlusszug verpasst. Als wir dann endlich bei selbst belegter Pizza (das scheint ein Ritual am ersten Abend zu werden ;-)) zusammen saßen musste ich abermals in mich hineingrinsen. Unser gesamtes Tischgespräch drehte sich schlagartig wieder um Schnittmuster, Stoffläden, Nähprojekte, wirklich nützliches Nähzubehör und den neuesten Tratsch von Instagram. Es war so vertraut als wäre unserer erstes Treffen gerade gestern gewesen. 


Obwohl wir alle eigentlich hundemüde von der Anreise waren hatten wir an diesem Abend noch etwas vor. Wir hatten uns in diesem Jahr darauf geeinigt gemeinschaftlich Rucksäcke zu nähen. Dies hatte gegenüber einem Kleidungsstück wie im letzten Jahr den großen Vorteil, dass wir nur die normale Nähmaschine und nicht noch Overlock- und Covermaschine brauchten. Snaply Nähkram hatte uns dafür einiges an Material zur Verfügung gestellt, dass Maira verteilen durfte. DANKE dafür und dazu später mehr! Es folgte also erstmal eine kleine Bescherung. Dann ging es aber wirklich los. Denn den für uns alle perfekten Rucksack-Schnitt hatten wir im Vorfeld nicht finden können und so hatten wir beschlossen, uns diesen kurzerhand vor Ort selbst zu erstellen. So verwandelten wir Ellis Zuhause schnell in ein Schlachtfeld aus Schnittmusterpapier und Zeichenmaterial...

Nach einem Frühstück mit leckeren Pancakes gab es natürlich einen wichtigen Punkt auf der Tagesordnung abzuhaken: Ein Stoffladenbesuch. Hier hatten wir nochmal die Möglichkeit fehlendes Zubehör für unsere Rucksäcke zu besorgen. 



Einer spontanen Eingebung folgend ("Moment mal, ist nicht auch das Kitchdeluxe-Lädchen in Speyer?!") fuhren wir anschließend noch in die Nordstadt, wo sich etwas versteckt das Kitchdeluxe-Lädchen befindet. Hier gibt es alles was das Herz begehrt und neben einer feinen Auswahl an Stoffen und Nähzubehör noch Geschirr der Firma Rice. Alles ganz liebevoll kitschig und mit einem Hang zum Firlefanz eingerichtet.



Nach einer Kaffeepause in einer hiesigen Bäckerei (die Nacht war kurz...) ging es zurück bei Elli direkt an unser Rucksack-Projekt. 

Gefühlte Kilometer Vlieseline wurde aufgebügelt bevor die ersten Maschinen losratterten. Als Laura und Maira am späten Abend beinahe ihre fertigen Rucksäcke vorzeigen konnten, fluchte ich noch über die aufgesetzte Tasche meines Vorderteils (Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?) und war noch weit davon entfernt, meine Stoffstücke auf dem Rücken tragen zu können. Elli konnte sich nicht so recht aufraffen bei tickender Nähzeit die vielen Einzelteile eines Rucksacks zuzuschneiden und entschied sich dann dazu ein paar Babysachen vorzubereiten und unser Nähtreffen fotografisch festzuhalten. 


Als um 23:30 Uhr auch meine Nähmaschine verstummen musste, haben wir natürlich längst noch nicht geschlafen. Matratzenlager ist so ziemlich die schönste Art woanders zu übernachten. Bis tief in die Nacht wurden noch tiefsinnige Fachgespräche geführt.

Mit einem ausgiebigen Frühstück im Magen hatten wir am Sonntag alle noch etwas zu tun. Ich wollte meinen Rucksack noch irgendwie fertig bekommen und die anderen Mädels hatten sich noch Outfits mitgebracht, die Elli fotografieren sollte. Wenn schon mal kameraerprobte Blogger beieinander sind... So konnte ich ganz in ruhe Fluchen und das sperrige Etwas unter der Maschine hindurch zerren.


Anschließend begann das große Packen... Abreisestimmung machte sich breit. Doch davon wollten wir uns die letzten Stunden nicht vermiesen lassen. Wir schnappten uns nochmal die Räder und fuhren ein letztes mal in die Stadt, die von Elli aus nur einen beneidenswerten Katzensprung entfernt ist. Ich habe mich wirklich selten so in eine mir zuvor fremde Stadt verliebt. Speyer ist wirklich absolut sehenswert und wäre unser Zeitplan nicht so immens straff gewesen, hätte ich hier gerne noch in die ein oder andere Gasse geschaut. 

Bei Kaffee, Eisshake und Kuchen im Café Aran ließen wir das Wochenende nochmal Revue passieren. Waren das tatsächlich schon drei Tage? Diesmal war die Zeit wirklich wie im Flug vergangen.



Dann hieß es wirklich Abschied nehmen, zumindest von unserer tollen Gastgeberin. Laura, Maira und ich mussten uns erst in Mannheim trennen. Es war wieder eine so wunderbare Zeit unter Gleichgesinnten, meinen Nähhühnern!


Wir sehen uns wieder. Spätestens in einem Jahr! Wo wir uns dann treffen? Da lasst euch überraschen ;-)

Liebe Grüße, Nadine

Donnerstag, 13. Juli 2017

Trendstoff Musselin: Wenn der Herbst im Juli vorbeischaut

...dann lutscht man nach tagelanger Hitze auf einmal wieder Salbei-Bonbons und braucht was warmes um den Hals. Wetter kaputt, nennt man das dann wohl. 

Dabei liebe ich, es mir im Nähzimmer gemütlich zu machen, während die Regentropfen gegen die Fensterscheiben peitschen. So habe ich das dann gestern morgen auch gemacht und mir schnell (ging wirklich fix!) ein Halstuch genäht.


Im letzten Herbst kamen diese Musselin-Tücher zu horrenden Preisen von einem französischen Label auf den Markt. Fairtrade und Handarbeit sind ja Punkte die ich sehr schätze, aber schlappe 80 Euro für einen Hauch von Stoff (an dieser Stelle dürft ihr "Mullwindeln!" schreien) sind doch sehr happig. 

Was haben einige DIYler versucht an diesen Stoff zu kommen...., selbst zu färben und rumzuprobieren. Nun gibt es den Musselin-Stoff ja in allen erdenklichen Farben und sogar mit Mustern fast überall zu kaufen und wo nun auch unser Stoffladen Musselin im Sortiment hat, habe ich mir direkt auch Stoff für so ein Musselin-Tuch passend zu meiner Lieblingsjacke mitgebracht.

Für das Tuch habe ich die Stoffbreite zum Quadrat genommen. Bei mir sind das 130*130cm.

Der Musselin ist doppellagig gewebt! Gesäumt habe ich die einfache Stofflage.
Auf Instagram habe ich schon einige dieser selbstgenähten Tücher bewundern können. Viele davon waren einfach mit der Overlock gekettelt, was natürlich noch schneller geht und auch ganz hübsch ist. Ich hatte mir allerdings vorgenommen das Tuch richtig zu säumen. 

Davor hatte ich echt Respekt, denn man könnte meinen, dass sich Musselin durch die lockere Webart schnell verzieht. Ich hatte den Stoff vorher extra nicht gewaschen, da er im Anschluss daran noch krinkeliger ist, aber das Säumen ging völlig problemlos! Ich habe den Saum 2x umgeschlagen, sodass die Stoffkante im Saum verdeckt liegt und vor dem Nähen schön gebügelt. Dann einfach mit einem etwas gröberen Gradstich abgesteppt. 

Voila. Fertig. Hals warm.

Die Wäsche hat das fertige Tuch dann auch noch mühelos überstanden und nun hat es auch den für Musselin so typischen Crincle-look. Davon brauche ich jetzt einmal die komplette Farbpalette. So angenehm zu tragen!

Liebe Grüße, Nadine

Freitag, 7. Juli 2017

Trendstoff Musselin: Ein Jumpsuit für die große Feldmaus


Am Musselin-Stoff kommt in diesem Jahr keiner vorbei, der in Sachen Kindermode up to date ist. Der Stoff ist aber auch wirklich ein Allround-Talent: super leicht, luftig, schnelltrocknend, ja ok, und windeln lassen sich daraus auch nähen... aber ganz ehrlich, ich kanns nicht mehr hören. Ist ja niemand gezwungen diesen Trend mitzumachen ;-)

Die Grau-Rosa-Mama und ich waren uns da jedenfalls sofort einig, dass auch bei mir schnell Musselin unter der Nähmaschine landen wird. Für die warmen Sommertage habe ich den Feldmäusen erstmal Musselin-Jumpsuits genäht. 



Auf Instagram habe ich schon so manches mal diese Trägeroberteile gesehen, die auf der Schulter mit Jerseynudeln gebunden werden. Die gefielen mir so sehr, dass die Jumpsuits unbedingt auch solche Träger haben mussten. Außerdem wachsen die Teile dadurch eine Weile mit, weil damit auch die Größe etwas reguliert werden kann. Die Jumpsuits sitzen dann mit der Zeit nur etwas pumpiger.

Als Grundschnitt habe ich mir die Sommerhose Sara von Engelinchen genommen. Statt die Oberkanten mit Passen zu versehen habe ich jedoch alle Kanten gesäumt. Auch geht die Jerseynudel bei den Jumpsuits der Feldmäuse durch einen Tunnel, statt die Jerseynudeln mit einzunähen. Damit sich der Stoff nicht zusammenschiebt, habe ich die Jerseynudeln einfach an den Tunnelenden fixiert. Dieses Prinzip ist eigentlich gängig, in diesem Ebook wurde jedoch eine andere Methode angewandt.



Bei dem schwül-warmen Wetter, wie es in den letzten Tagen hier der Fall war, war ich schon ziemlich neidisch auf die luftigen Jumpsuits der Feldmäuse... 
Aber das geht dann doch zu weit. Vielleicht ließe sich aus dem Musselin so eine Orienthose für mich nähen, wie sie in der Uni oftmals getragen werden. Ein Halstuch werde ich mir aus dem Musselin jedoch auf alle Fälle noch nähen. Der Stoff ist auch schon vorgewaschen und wartet nur noch darauf verarbeitet zu werden.

Die große Feldmaus trägt ihren Musselin-Jumpsuit richtig gerne, sogar zum Laufrad fahren!


 Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Stoff: Musselin aus dem heimischen Stoffladen
Schnitt Jumpsuit: Sommerhose Sara von Engelinchen über Makerist

Freitag, 30. Juni 2017

Pythagola Mäppchen x4


Mein kostenloser Schnitt für das Mäppchen Pythagola wird von euch rauf und runter genäht. Ich freue mich immer wieder, wenn ich sie irgendwo entdecke. Es hat aber auch einfach eine perfekte Größe, bekommt den nötigen Stand und je nachdem welche Materialien man verwendet ist von einfach, bunt, bis edel jeder Stil möglich. 

Ich mag die Mäppchen momentan besonders gerne mit dem aufgesetzten Boden aus Kunstleder. Das verleiht nicht nur zusätzlichen Stand, sondern macht es auch etwas unempfindlicher. 



 Die letzten beiden Monate waren voller Geburtstage und meine Kommilitoninnen wünschen sich von mir immer wieder so ein Mäppchen wie meins. Was lag da näher als gleich mal in Serie zu gehen? 

Ob das jetzt wirklich schneller ging als jedes einzeln zu nähen, darüber lässt sich an dieser Stelle streiten, denn ich habe einen ganzen Abend mit der Stoffauswahl vertrödelt um die verschiedenen Geschmäcker zu treffen. Eins haben aber alle gemeinsam: Im Inneren der Mäppchen sind die Namen der jeweiligen neuen Besitzerinnen eingestickt. 


Das Schnittmuster und die Anleitung zum Pythagola Mäppchen findet ihr hier.


Hast du auch schon eins (genäht)? 

Liebe Grüße, Nadine


Zutaten:
Stoffe: Alle aus meinem Stoff-Schatzlager :O
Endlos-Reißverschlüsse: aus dem heimischen Stoffladen und der perfekt zum mintfarbenen Mäppchen passende ist von Snaply.

Dienstag, 13. Juni 2017

Brot und Salz war gestern! - Was schenke ich zur Wohnungseinweihung?


Letzte Woche hatte ein befreundetes Studenten-Paar zur Einweihung ihrer ersten gemeinsamen Wohnung eingeladen. Ewig habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, was ich den beiden schenken könnte, denn das klassische Brot und Salz war mir zu einfach und ausgelutscht. Ursprünglich wollte ich natürlich etwas nähen, aber mir lief die Zeit davon während ich hin und her überlegte, was ich denn Nähen mochte... 

Wie das nun mal so ist, kommen die besten Ideen in letzter Minute. Naja sagen wir mal einen Tag vorher, als ich langsam panisch wurde noch kein Geschenk zu haben:



Ich erinnerte mich, was ich zum 16. Geburtstag bekommen hatte: 
Eine Notfallbox für jede Situation mit Mini-Fusselrolle, Deozerstäuber, Mini-Haarspray, Erkältungs- und Fußbädern, Blasenpflastern, Shampoo, Masken und diversem anderem Kram, der mich wirklich so manches mal gerettet hat. Anfangs belächelt war es im Nachhinein das coolste Geschenk, dass ich je bekommen habe. 

Ich habe das dann mal auf den Haushalt umgemünzt und den beiden in Anlehnung an die Windeltorten zur Geburt das notwendigste als "Klopapierrollen-Torte" zusammengestellt. Auf dass die Bude immer wie geleckt ist und so ;-)


Die Torte selbst besteht aus insgesamt 13 Klopapierrollen. 
In der untersten Ebene sind 8 Rollen um 1 weitere Rolle formiert, in der Mitte 3 und oben 1. 

Drapiert habe ich das Ganze auf fester Wellpappe, aus der ich mir zwei Pappscheiben geschnitten habe (gut, wenn man ein paar Tage zuvor beim Möbelschweden war). Gegen das Verrutschen habe ich die Klopapierrollen nach dem Binden mit kleinen Stecknadeln fixiert.


Auf und an die Torte kamen dann:
  • Fusselrolle
  • Müllbeutel
  • Gummiflitsche
  • Pflaster
  • Haushaltshandschuhe
  • Topfschwämmchen
  • Entkalker-Pulver
  • WC-Einhänger
  • Spühlmittel
  • Feuchte Allzwecktücher
  • Microfasertuch
  • Abflusssiebe
  • meine Wunderwaffe bei Flecken auf Polstern: Glasreiniger

Alles zusammen hat mich etwa 15 Euro gekostet, aber das ist ja variabel. Ergänzen würde ich noch um Schmutzradierer, besonders wenn der Gastgeber "Mexikaner" in der weißen Küche panscht... ;-)



Bereits auf der Anreise im Zug und in der Stadtbahn erweckte die Torte überall die Aufmerksamkeit. Es wurde gestarrt, sich umgedreht und getuschelt und wer sich traute fragte sogar vorsichtig, was dahinter steckte. Immer wenn ich erklärt hatte, warum ich "Putzmittel" verschenke, fanden es alle großartig. Ich habe selten so eine lustige Fahrt nach Bielefeld gehabt. Die Beschenkten haben sich riesig gefreut und ich war natürlich super stolz auf meine kreative, nützliche Klopapierrollen-Torte.

Liebe Grüße, Nadine
(die in den letzten Tagen auch mal wieder ganz kurz an die Nähmaschinen kam)